Close

Meine größten Herausforderungen 2017

Hallo ihr Lieben! 🙂

Wow, diesen Beitrag zu schreiben hat mich schon im Vorfeld eine Menge Überwindung gekostet. Woran ich das gemerkt habe? Ganz einfach daran, dass ich nicht angefangen habe. Bis auf den letzten Tag vorm Sunshine Saturday habe ich es nun vor mir her geschoben. Doch dieses Thema ist ein Wunsch-Thema von EUCH und auf jeden Fall ein sehr spannendes.
Weißt du, gestern Abend habe ich endlich die knapp 4000 Fotos und Videos von diesem Jahr auf meinem Handy (aus-) sortiert. Übrig geblieben sind gut 1000 wunderschöne Erinnerungen, Materialien, Instagram-Posts und Reminder. Das war ein Jahresrückblick, der mich total dankbar und ehrlich gesagt ziemlich oft auch sprachlos gemacht hat: Wie viel kann denn bitte in einem Jahr passieren!
Wow, 2017 war wirklich ein extrem ereignisreiches Jahr für mich -besonders ab dem Sommer mit keinem freien Wochenende, dafür aber dem ein oder anderen Entspann-Tag für mich unter der Woche. Es war mein erstes Jahr in der Selbständigkeit, gleichzeitig das Jahr, in dem ich zwei Mentoren gefunden habe und mit meinem Mann nach Berlin umgezogen bin. Ich habe meine ersten Speakings gemacht, zwei Bücher veröffentlicht und unzählige tolle Erfahrungen sammeln dürfen.
Heute gibt es für euch allerdings einen Jahresrückblick der etwas anderen Art. In diesem Beitrag geht es um meine größten beruflichen Herausforderungen 2017! Wenn du gerne noch einen persönlichen Rundum-Rückblick von mir lesen möchtest, meld dich ganz einfach hier für den persönlichen Brief an, den ich seit November immer Ende des Monats versende. Darin wird es im Dezember ein Jahresrückblick-Special geben.

In der Regel würde ich nun meinen Terminkalender zur Hilfe nehmen und habe meinen aktuellen auch gerade spontan aufgeschlagen, um mich nochmal explizit an die einzelnen Stationen in 2017 zu erinnern. Genau da gehts aber schon los: Mein aktueller Timer ist erst seit Mitte Mai ausgefüllt, weil mir Anfang Mai in einem Parkhaus in Köln mein Laptop und mein Terminkalender aus dem Auto geklaut wurden. Das war definitiv eine Herausforderung für mich: mich in dieser Hinsicht wieder komplett neu zu organisieren, als zwei meiner drei wichtigsten Arbeitsutensilien geklaut waren (das dritte ist mein Handy). Dazu habe ich auch ein YouTube-Video mit den für mich wichtigsten Learnings gemacht; falls du es noch nicht gesehen hast, schau es dir hier an.
Ich kann mich aber natürlich aus dem Kopf daran erinnern, dass ich im Januar 2017 mein eigenes Online-Coaching mit dem Titel „Zeit für dich“ angeboten habe. Meine Herausforderung bei diesem Projekt war letztendlich, es gehen zu lassen. Denn ich habe gemerkt, dass ich mich entscheiden musste, worauf ich meinen Fokus legen wollte. Mit dem Coaching konnte ich lediglich ein paar Personen erreichen -zum Einen, weil ich es zu wenig beworben habe und dadurch tatsächlich nicht so viele Klienten hatte; zum Anderen, weil Coaching auf 1:1 – Situationen ausgelegt ist und ich gemerkt habe, dass ich über meine Speakings viel mehr Menschen in derselben Zeit erreichen kann. Speaking ist der Bereich, der mir liegt. Also habe ich schon nach wenigen Monaten die Entscheidung getroffen, „Zeit für dich“ komplett einzustampfen. Trotzdem steckte natürlich viel Arbeit in dem Konzept und der Aufmachung meiner Website. Bei diesem Projekt durfte ich zum ersten Mal in meiner Selbständigkeit lernen, loszulassen.

Womit ich im ersten Jahr generell am allermeisten zu tun hatte -und das werden die meisten vermutlich kaum glauben, weil ich es nicht so nach außen trage (um mich nicht drauf zu fokussieren)- sind Selbstzweifel. Den ganzen Frühling über hatte ich wahnsinnige Sorgen, dass kaum Menschen zu meinen öffentlichen SHINE BRIGHT – Events kommen würden. Das erste fand in Hannover statt und das zweite einen Monat später in Bielefeld. Ich hatte so unglaublich viel Angst, dass ich dort mit einer Hand voll Menschen allein sitzen würde, obwohl doch so unfassbar viel Zeit, Geld und Energie in die Vorbereitung geflossen waren. In Bielefeld sind fast 100 Menschen gekommen! Das war unglaublich für mich!
Trotzdem kommen die Selbstzweifel immer und immer wieder. Sie sind ja eine bestimmte Form der Angst und ich versuche, ihnen Dankbarkeit entgegenzusetzen. Aber das gelingt mir nicht immer. Ich hatte so enormen Schiss vor meinem ersten Speaking -im April in Köln. Ich hatte Angst, dass ich nicht gut genug wäre, ein Blackout bekäme, einfach nichts zu sagen hätte, die Leute langweilen würde oder mich schlichtweg blamieren würde. In diesem Business ist es nicht üblich, dem Publikum, Veranstalter oder Kunden unter die Nase zu reiben, wenn man seine ersten Speakings hat. Denn es soll von Anfang an professionell sein und keine Ängste in ihm schüren.
Mein erstes Speaking hatte ich vor 25 Menschen und es war total schön! Was für ein geschützter und freundlicher Raum. Dafür bin ich nach wie vor sehr dankbar. Nahezu vor jedem der folgenden Speakings -hatte ich wieder genau so viel Angst und Selbstzweifel wie beim ersten!
Scheinbar ist dieser Weg (aber besonders natürlich auch in Verbindung mit Persönlichkeitsentwicklung) wie eine Art Therapie für mich. Ich besiege meine größten Ängste und Zweifel, indem ich direkt hindurch gehe. Mit dem Kopf voraus. So ging es mir auch bei den ersten Podcast-Interviews und erst recht bei den Facebook-Livestreams: Ich hatte so extrem viel Angst, dass ich nicht genügen würde, etwas falsch machte, mich vollkommen blamierte, Fragen nicht richtig verstünde und einfach unfähig sei.
Es gibt Tage, an denen ich so voller Zweifel bin, dass ich nicht mal einen Instagram-Post verfassen kann.
Solche Tage gibt es. Immer noch. Und ich denke, dass sie auch noch ein wenig bleiben werden. Denn wer extrem fröhlich und gut gelaunt sein kann, kennt meistens auch das andere Extrem. Das Leben besteht aus Polaritäten. 🙂

Selbstzweifel sind definitiv mein größter Struggle. Ziemlich direkt dahinter gehen Hand in Hand Gedanken um meine finanzielle Situation und die Beschaffung von Möglichkeiten zu sprechen. Zum Glück habe ich tolle Menschen an meiner Seite, die meinen Weg sehr feiern und ihn unterstützen wollen -auch finanziell. Denn das gilt glaube ich für extrem viele Menschen in der ersten Zeit der Selbständigkeit: Zuerst einmal investierst du ordentlich und säst ganz viel, ehe du ernten kannst. Das erfordert eine ganze Menge Geduld und die eigne ich mir gerade erst an. Original-Zitat meiner kleinen Schwester vor drei Wochen: „Laura, du bist der ungeduldigste Mensch, den ich kenne.“ Also, vielleicht bin ich noch nicht die Geduld in Person. 😀 Aber ich bin im Prozess.
Wegen meiner Ungeduld fällt es mir auch oft schwer, über längere Zeit auf Rückmeldungen zu warten, wenn ich gern bei einer bestimmten Gelegenheit sprechen möchte.
Ja, es gibt diese Momente, in denen jemand anruft und fragt, ob ich Lust hätte, bei ihnen zu sprechen. Es gibt aber auch viele Momente, in denen ich Messen anschreibe, haufenweise Absagen kassiere oder manchmal sogar ein paar Euro dafür bezahle, um bei einem bestimmten Event sprechen zu dürfen. Im ersten Jahr (zumindest meiner Erfahrung nach) nimmt man mit den ersten Speakings kaum Geld ein. Vielmehr handel ich nach dem Motto „Bühne bringt Bühne“. Und das hat sich für mich tatsächlich ausgezahlt!
Natürlich ist es mir dabei nicht egal, auf welcher Bühne ich stehe. Bei meinem eigenen Event in Hannover war es beispielsweise eine ziemliche Herausforderung, eine passende Location zu finden. Denn ich wollte, dass die wirklich etwas hermacht und wir darin einen unvergesslichen Abend haben können. Das ist uns zum Glück gelungen!

Auch fällt es mir nicht immer leicht, Menschen direkt einschätzen zu können. Ich bin von Grund auf ein sehr gutgläubiger Mensch und vermute in nahezu jedem anderen auch die positiven und freundlichen Absichten, die ich selbst habe. Nach und nach lerne ich aber immer besser zu erkennen, wann ich lieber nicht kooperieren sollte und wann eine Speaking-Gelegenheit sehr gut zu mir passt. Doch auch das sind einfach wertvolle Erfahrungen auf dem Weg. Ich beschütze meine Selbständigkeit wie ein Baby, weil sie tatsächlich noch recht klein ist und einen gewissen Schutz braucht.

Ansonsten sind natürlich noch all die administrativen Dinge für mich herausfordernd, mit denen ich mich nicht auskenne: Website bauen, Gewerbe anmelden, Steuererklärung, Facebook-Werbung, allgemein Social Media Plattformen, Unternehmensstrukturen, … Ich könnte ewig weiter aufzählen. Es gibt so viele Dinge, von denen ich bisher kaum Ahnung habe und die trotzdem zu meinem Daily Business gehören. Videos schneiden, Hörbuch-Equipment aussuchen und so weiter. Wie gesagt: endlos.
Dank meines Mannes durfte ich schnell lernen, wie ich Ordnung in meine Buchhaltung bringe, da ich darin sonst sicher versunken wäre. Wenn du dich damit ebenso wenig auskennst wie ich und es dich auch eigentlich gar nicht interessiert: Hol dir unbedingt jemanden mit ins Boot! Diesen Bereich zu vernachlässigen, kann dich im Nachhinein viel Zeit und Geld kosten.

Außerdem galt es für mich erst einmal herauszufinden, welche Inhalte ich denn konkret in meine Speakings übernehmen möchte und für welche mir einfach die Zeit fehlt. Meist auf den letzten Drücker saß ich dann schwitzend zuhause beim Proben und war mir unsicher, ob ich bestimmte Passagen so rüberbringen könnte wie ich wollte, ob meine Stimme zu hoch und somit anstrengend wäre, ob ich zu schnell spräche… Sich hier gut vorzubereiten, dann auf der Bühne einfach ich selbst zu sein und mich auch ein Stück weit einfach treiben zu lassen, weil ich ein gutes Gespür für das Publikum habe, gibt mir heute mehr Sicherheit. Doch darauf konnte ich mich anfangs aufgrund der vielen Zweifel kaum einlassen. Trotzdem hat es mir jedes Mal auf der Bühne riesigen Spaß gemacht!

Mit den Buchveröffentlichungen stand ich ebenso vor unzähligen Herausforderungen: Besonders beim ersten Taschenbuch wäre mir fast der Kragen geplatzt, als Amazon es einfach nicht freigeben wollte. Immer war noch etwas Kleines falsch und irgendwann wurden mir nicht einmal mehr Fehlermeldungen angezeigt. Es war zum Verzweifeln und hat wirklich mehrere Wochen gedauert bis ich alle Probleme lösen konnte. Mehrere Probedrucke und unzufriedene Paket-Öffnungen später hat es dann geklappt. Durchhalten lohnt sich. Zum Glück weiß ich mittlerweile, wie es schneller und besser geht. Und wie viel Zeit zum Beispiel die Erstellung eines Covers mit allen Revisionen braucht, denn das hätte beim ersten Mal beinahe meinen Veröffentlichungstermin verschoben (was ich extrem unprofessionell und peinlich gefunden hätte).
Eine weitere große Herausforderung war für mich zudem, mit meinen Speakings in Unternehmen reinzukommen. Denn die buchen natürlich am liebsten jemanden, der schon deutlich mehr Erfahrung hat und schon viele zufriedene, namhafte Kunden vorweisen kann. Herausfordernd, aber nicht unmöglich. Auch hier hat es sich ausgezahlt, immer weiter zu säen.
Was ich übrigens vermeide: dem Samen beim Wachsen zuzusehen. Denn dafür habe ich schlicht einfach keine Zeit. Ich schaue immer wieder vorbei, wenn ich ihn wässere, aber ich setze mich nicht daneben ins Gras. „Dabei ist Pausen zu machen doch so extrem wichtig“, denkst du vielleicht. Am Anfang der Selbständigkeit ist es schwierig, gut auszuloten, wann Zeit für Pause ist und wann du einfach mal am Stück durchziehen solltest. Aber man gewöhnt sich dran und findet nach den ersten paar schlechteren Entscheidungen die Wege, die zu einem passen. Strategisches Vorgehen mit meinem Business lerne ich erst nach und nach. Dazu gehört es eben auch, festzusetzen, wann Pausen und Urlaub gemacht werden -damit der wichtigste Part dieser Firma nicht verschleißt: ich selber.

Zu guter Letzt fand ich es auch häufig herausfordernd, einzuschätzen, welche Inhalte ich wann konsumieren sollte und wann ich mir Rat von außen holen sollte; welche Bücher wann für mich dran waren und wann ich einfach mal keine lesen und ausschließlich auf mich hören sollte. Ich fand es schwierig, unterschiedliche Bereiche in Einklang zu bringen, wenn mein Mann und ich das dritte Wochenende in Folge in ganz Deutschland unterwegs waren und unsere Freunde noch gar nicht gesehen hatten. Geschweige denn dabei die Ernährung einzuhalten, die meinem Körper gut tut. Für die Entscheidung hatte ich oft einfach keine Energie mehr übrig, weshalb ja Routinen so wichtig sind.

Ich könnte wahrscheinlich noch ewig weitere Herausforderungen aufzählen, weil ich jeden Tag mit etwas konfrontiert bin, was mich herausfordert. Ständig (nahezu immer) funktionieren neue Dinge nicht beim ersten Mal. Es erfordert viele Testläufe, Ausprobieren und kleinere Fehlschläge, um zu einem vorzeigbaren Ergebnis zu kommen, das meinen Ansprüchen entspricht. Aber mittlerweile lebe ich „get comfortable being uncomfortable“ = fühl dich damit wohl, dich unwohl zu fühlen. Denn es gibt einen wunderbaren Teil meiner Arbeit, den ich liebe und schätze. Und dafür lohnt es sich, alle Herausforderungen anzunehmen und an ihnen zu wachsen.
Ich bin mir sicher: An ganz viele Herausforderungen (sogar große) aus 2017 kann ich mich gerade gar nicht erinnern. Einfach weil ich meinen Fokus nicht auf sie lege! Sobald ich ein Problem lösen (= eine Frage beantworten) konnte, stellt das Leben direkt eine neue Frage. Und das ist gut so, weil ich auf diese Weise immer weiter wachsen kann. Mein Rat also an dich ist: Während du dabei bist, eine Herausforderung zu meistern, fokussiert dich auf all die Vorgänge, durchschaue das Problem und finde heraus, wie du es beim nächsten Mal besser machen kann. Sobald du etwas geschafft hast, lass es los. Erzähl es weiter, bring deine Lösung in die Welt hinaus -und dann move on! Es gibt noch so viel mehr Wachstumspotenzial für dich! Schau nicht ständig zurück, sondern schau nach vorne. Denn es gilt, die Steine vor dir aus dem Weg zu schieben. Dabei wirst du immer Fehler machen. „Wo gehobelt wird, fallen Späne“, hat mein Papa immer gesagt. Deshalb brauchst du gar keine Angst vor Fehlern zu haben. Sie gehören dazu. Das Leben wird vorwärts gelebt und rückwärts verstanden.
Und bei all diesen Herausforderungen und Erfahrungen ist die wichtigste Lektion für mich:
Hab einfach Spaß und sei du selbst! Das Leben ist schön.

„Ich mach mir die Welt, widde widde wie sie mir gefällt.“