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Knallhart ehrliche Worte in 2018

So ihr Lieben,
wie wäre es mit einem absolut ehrlichen Blogbeitrag über das, was mich gerade beschäftigt?

Auf gehts:
Nein – die Dinge, die ich mache, fallen mir nicht immer leicht. Die Probleme, die ich angehe, erst recht nicht. Und auch Optimismus fällt mir nicht jeden Tag leicht. (Wow, wie überraschend.  )
Denn eine meiner größten Stärken ist zu hinterfragen und zum Kern finden. Das lernt man als Psychologin, weil es genau darum geht:

die Ursache eines Problems zu finden, den wahren Kern. Und sich dann darum zu kümmern.

Das gilt natürlich auch für mich selbst, also Selbstreflexion. Doch manchmal ist das für mich eher ein Fallstrick als ein hilfreiches Tool. Denn wenn ich weiß, wodurch meine Probleme (oft nur im Kopf!) entstehen, kann ich auch einen Weg finden, sie zu lösen. Aber das ist einfach so fucking anstrengend!
Und alles in mir wehrt sich dagegen und will mit Schokolade und Wärmflasche aufs Sofa. Ich weiß, dass ich dort meine Probleme nicht lösen werde. Aber gerade weil ich die Tragweite vieler Dinge so gut überblicken kann, möchte ich erst gar nicht anfangen. Viel zu anstrengend!

Manchmal wär ich lieber dumm.

Also so richtig dumm. Dass mir keinerlei Muster in meinem Verhalten auffallen würden, ich Fehler nie zuerst bei mir suchen würde und noch nicht einmal den Konjunktiv richtig benutzen würde, weil es mir einfach egal wäre. Vielleicht würde ich denken, dass man Konjunktiv essen könne -äh ich meine natürlich „kann“. 
Dann spule ich im Kopf zurück, dass ich mich dann auch nicht selbständig gemacht hätte (ich komm einfach nicht vom Konjunktiv weg, solange ihn keiner aufisst) und gerade in irgendeinem Büro säße und an einfachen Aufgaben arbeiten könnte, die sich jeden Tag wiederholen würden. Ich müsste mich nicht ständig in komplett neuen Bereichen durch den Dickicht meiner Unwissenheit wühlen und wäre nicht ständig mit mir selbst konfrontiert. Ich bräuchte mir die wirklich wichtigen Fragen des Lebens nur zwei Mal pro Jahr zu stellen, am Geburtstag und Silvester, und würde ansonsten ruhig und entspannt vor mich hin leben.
(…)
Für einen Moment scheint mir das ein sehr verlockender Ausweg. Keine Weitsicht, keine Einsicht, die scheinbare Sicherheit und die Wärmflasche aufm Schoß. Mitm Arsch aufm Sofa.
Wofür überhaupt die ganze Arbeit, die schlaflosen Nächte und das Unwohlsein im Bauch? Für ein Versprechen, für eine Idee von der Zukunft?
Keine Ahnung.


Aber wir werden es nie wissen, wenn wir es nicht herausfinden.


Also lass uns aufhören, uns zu bemitleiden und zu drücken. Wir wissen, welche Aufgaben dran sind und wir wissen, warum sie dran sind. Wir wissen, wie man den Konjunktiv benutzt – und das vor allem deshalb, damit unser Leben niemals ein Konjunktiv bleibt.
Lass uns rausgehen und tun.
Wird Zeit.

Bleib optimistisch,