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Ich bin fast jeden Tag allein

Hallo Optimist! ūüôā

Wei√üt du, ich bin ein ziemlich geselliger Mensch. Viele w√ľrden sicher sagen „extrovertiert“, doch ich bin mir da nicht so sicher. Denn ich habe einmal gelernt, dass extrovertierte Leute ihren Energiespeicher vor allem dann wieder auff√ľllen k√∂nnen, wenn sie¬†unter Menschen sind. Dass sie die Gesellschaft von Menschen brauchen und sich dann so richtig wohl und energetisch f√ľhlen. Hm, ich hab mich gefragt, ob das auf mich zutrifft. Denn das w√§re definitiv etwas ungl√ľcklich –in Anbetracht der Tatsache, dass ich den gr√∂√üten Teil des Tages allein bin und (noch) allein arbeite.

Als ich dar√ľber nachgedacht habe, hab ich mich erinnert, wie ich meinem Mann vor einiger Zeit die Ohren vollgejault habe mit S√§tzen wie ‚ÄěDu hasts gut! Du kannst dich den ganzen Tag mit deinen Kollegen unterhalten.‚Äú ‚ÄěBitte lass uns mal ne Runde quatschen, ich hab heute noch gar nicht geredet; au√üer die zwei S√§tze mit der B√§ckerin.

Denn so sieht wirklich ein großer Teil meines Tages aus. Es ist nicht, dass ich nicht reden möchte. Vielmehr, dass meine Arbeit es häufig erfordert, dass ich produktiv nachdenke, plane und erschaffe. Dabei kann ich mich nicht ständig unterhalten.
Oder möchte ich einfach nur nicht? (…)
Und doch sehe ich, dass ich besonders dann aufbl√ľhe, wenn ich unter Menschen bin. Dass ich gerne rede, aber auch ebenso gerne zuh√∂re. Was bin ich nun? Extrovertiert oder doch eher introvertiert? Kann ich genau so gut Energie tanken, wenn ich allein bin, wie wenn ich mit zehn Menschen gemeinsam zu Abend esse?
Puh, Fragen √ľber Fragen, aber wenige eindeutige Antworten.
Ganz schön oldschool, aber meine Schlussfolgerung ist:
Die Mischung machts.

Ich bin viel allein und liebe diese Tage.

Doch besonders dann bin ich gleichzeitig gl√ľcklich und sehr dankbar f√ľr M√∂glichkeiten wie whatsapp und facebook, die es mir erm√∂glichen, immer dann Gespr√§che zu haben, wenn es mir passt. So muss ich mich nicht danach richten, wann mein Gegen√ľber Zeit zum Telefonieren hat und brauche trotzdem nicht auf die Kontakte zu verzichten, die mich so oft zum Lachen bringen. Ich versende einfach ein paar Sprachnachrichten und h√∂re mir in der n√§chsten Pause einen neuen Schwung an.
Du findest das uncool, weil es unpers√∂nlich ist? Wei√ü nicht. Ich finde es ziemlich cool, weil ich so selbst bestimmen kann, wann ich mich welchem Einfluss hingebe und wann mich wer in welcher Situation zum Beispiel auch aus der Fassung bringen darf. Es ist alles etwas planbarer. Und das mag ich. Denn dann ist auch das planbarer, was ich in die Welt hinausbringen m√∂chte. Ich bin nicht l√§nger abh√§ngig von den Launen meines Umfeldes, sondern ich kreiere es mir so, wie es mir passt. ‚ÄěIch mach mir die Welt, widde widde wie sie mir gef√§llt‚Äú w√ľrde Pippi sagen. ūüėČ
Vielleicht ist auch genau das der Grund, warum ich die Mischung brauche. Wenn alles nur noch planbar und absehbar wäre, wäre das Leben schrecklich eintönig, kalkulierbar öde und gewöhnlich kontrolliert. Deshalb schätze ich die bunten und lauten Abendessen unter Freunden und Familie umso mehr -auch deshalb, weil sie nicht täglich sind.

Bleib optimistisch,