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Differenzieren

Da muss man auch mal differenzieren.
Immerhin haben wir dadurch nichts zu verlieren.
Oder doch?
Indem du ständig sagst,
was dir passt und was nicht
stellst du dein Leben in ein bestimmtes Licht.
Du zeigst dadurch, wer du bist und wer nicht – wird dir das
nicht irgendwann zu dicht?
Wer du bist nur durch No Gos zu bestimmen,
um dem ewig langweiligen Gleichstrom zu entrinnen,
find ich zu kurz gedacht.

Dadurch wirst du später die Sorte
von Kindern haben, die du nie wolltest.
Und du wirst ständig in Streits verwickelt sein,
für die du nichts konntest.
Oder?
Alle anderen werden sich weit weg anfühlen und das ist völlig normal:
Das hast du herbeigeführt durch die Höllenqual,
dass du sie nie ließest wie sie waren
und spanntest sie vor DEINEN Karren.
Wer nicht so läuft wie du es willst,
den du stattdessen eben drillst.

Doch so gewinnt man keine Freunde.
Nicht durch Moralaposteln
noch durch abgehobene Floskeln.

Wie du all das vermeidest
und du selber weniger leidest?
Indem du offen bist für alles
und weniger differenzierst.

Indem du dich wirklich mal selbst zeigst
und dich nicht ständig genierst.

Sei einfach wer du bist,
versprühe immer dein Licht.
Und vor allem: Lass andere scheinen.
Denn sie werdens gut meinen.

Doch sind sie mal intolerant,
rennen mit dem Kopf gegen die Wand:
Dann bist DU gefragt
freundlich und unverzagt
sie tolerant zu stützen.
Klugscheißern wird dir nichts nützen.

Sei tolerant von Anfang an:
Alles kann
und nichts muss.
Bewahr es dir bis zum Schluss,
dass alle frei sein dürfen
so wie du.
Denn dann endlich wird aus dem Leben
ein Schuh.